Aus seiner Sicht
Ein Zyklustracker – auch für Männer?
Gar nicht so absurd, wie es klingt.
Andreas Held über rosa Apps, ein Beer-Theme und DER TAG
Ich möchte den Zyklus meiner Frau zumindest grob verstehen. In welcher Phase ist sie gerade? Wann ist mit der nächsten Periode zu rechnen? Und wann könnte wieder DER TAG sein? Dazu später mehr.
Auf meinem Handy sind die Apps, die Männer eben so haben. Eine davon sticht heraus: Sie ist komplett rosa.
Öffne ich sie, begrüßen mich ein Blumenstrauß und die Frage „Wie geht es dir heute?“. Beides spricht mich nicht besonders an, wenn ich eigentlich nur wissen möchte, in welcher Phase meine Frau gerade ist.
Deshalb dachte ich: Für Männer wie mich wäre eine einfachere App besser. Eine, die den Zyklus auf einen Blick zeigt und auch optisch meinen Geschmack trifft.
Das fängt beim App-Symbol an. Darauf ist der Egg-Advisor, ein sympathischer Berater in lila mit verdunkelter Brille und Hoodie auf schwarzem Grund. In Eiform und damit sympathisch auch für das männliche Geschlecht. ;)
Erst mal den Style wählen
Wer beim ersten Start gleich weitertippen will, wird vom Egg-Advisor kurz aufgehalten: „Wähle noch schnell deinen Style!“
Dunkel und hell kennt man schon. Im Egg-Tracker heißen sie EggClipse und EggSposure. Ich finde aber, JEDE App sollte auch ein Beer-Theme haben. Deshalb hat der Egg-Tracker eins! Und wer es lieber etwas rosiger mag, nimmt Rosé Sunset.




„Ich schwöre!“
Danach tritt der Egg-Lawyer auf. Hier bestätigt man ausdrücklich, dass man entweder die eigenen Daten erfasst oder die Partnerin einverstanden ist. Das ist uns wichtig, schließlich geht es um sensible Gesundheitsdaten. Bestätigt wird das Ganze aber mit „Ich schwöre!“ – wie vor Gericht eben.
Auch ernste Themen mit etwas Humor und Leichtigkeit zu vermitteln, gehört für mich zum Egg-Tracker. Die Daten selbst bleiben übrigens auf dem Handy. Nichts wird automatisch verschickt.
DER TAG
DER TAG ist etwas Besonderes für meine Frau und mich und einer der Hauptgründe, warum der Egg-Tracker überhaupt entstanden ist.
Bei uns läuft der Alltag die meiste Zeit sehr harmonisch. Trotzdem gab es immer wieder ein oder zwei Tage, an denen plötzlich vieles angespannter war. Auffällig oft kurz vor der Periode. Erst als wir erkannt haben, dass sich dieses Muster wiederholt, konnten wir viel besser damit umgehen.
Und zwar BEIDE.
Es ging nie darum, jemandem die Schuld zu geben. Das Wissen darum hat auf beiden Seiten für mehr Entspannung gesorgt. Man nimmt manches weniger persönlich, spricht früher darüber und kann schwierige Tage bewusster miteinander auffangen. Genau daraus entstand DER TAG.
Im Onboarding kann man DER TAG auf Wunsch einschalten. Mehrere Frauen, mit denen ich über die App gesprochen habe, fanden das Thema sehr gewagt. Und natürlich erlebt auch nicht jede Frau solche Tage.
Der allererste Untertitel des Egg-Trackers lautete übrigens: „Eine App, die das Potenzial hat, Ehen zu retten.“ Natürlich war das nicht ganz ernst gemeint. Der Gedanke dahinter ist aber bis heute derselbe: Mehr Verständnis füreinander kann im Alltag erstaunlich viel verändern.
Das Zyklusband
Wer das Onboarding überlebt hat, kommt zum eigentlichen Herzstück des Egg-Trackers: dem Zyklusband. Es zeigt den Zyklus als fortlaufenden Weg und macht auf einen Blick sichtbar, in welcher Phase man gerade ist und was als Nächstes kommt.
Die größte Zahl auf einer Tageskarte ist dabei nicht das Datum, sondern der Zyklustag. Das hat einen einfachen Grund: Wenn man zum Beispiel immer wieder um Tag 13 Kopfschmerzen hat, fällt einem das im Zyklusband viel leichter auf als im Monatskalender. Man erkennt solche Muster schneller und kann sich besser darauf einstellen.
Wer lieber klassisch schaut, kann jederzeit zum Monatskalender oder zur Zyklusuhr wechseln.
Darüber reden
In Gesprächen über die App habe ich gemerkt, dass viele das Thema Menstruation als sehr intim empfinden und eher ungern darüber reden. Das kann ich verstehen. Trotzdem finde ich es wichtig, dass man als Paar offen darüber sprechen kann.
Dazu gehört auch, ein bisschen was darüber zu wissen. In der EggCademy auf unserer Website versuchen wir deshalb, die Zyklusphasen auf etwas andere Art zu erklären: in kurzen Lektionen, mit einer Prise Humor und den Quellen direkt dabei.
Wenn der Egg-Tracker auch nur die Kommunikation und das gegenseitige Verständnis verbessert, hat er seinen Zweck schon erfüllt.
Wie es weitergeht
Wir haben mit dem Egg-Tracker noch einiges vor. Dabei interessieren uns auch die Ideen und Wünsche anderer Nutzer.
Wer Anregungen hat, kann sie uns gerne per E-Mail oder über die Pinnwand auf unserer Website mitteilen.
Und wenn es nach mir geht, entsteht daraus mit der Zeit ein ganzes kleines Egg-Tracker-Universum. Mit dem Egg-Timer – einer Kombination aus Schachuhr und Eieruhr – gibt es dafür schon einen Anfang.
Andreas Held entwickelt den Egg-Tracker mit seiner Familie unter dem Namen Tyam Productions, kurz für „Team You And Me“: Lehrerin trifft Softwareentwickler, mittendrin zwei Kinder.
Der Egg-Tracker ist kein Medizinprodukt und nicht zur Verhütung geeignet.
egg-tracker.com